Pflegebarometer 2025: Warum Kostendruck die grösste Herausforderung wird

Pflegepersonal

CNO-Barometer 2025: Stimmungswechsel in der Schweizer Pflegeführung

Das aktuelle CNO-Barometer 2025 zeigt einen signifikanten Stimmungswechsel in der Schweizer Pflegeführung. Während in den vergangenen Jahren der Personalmangel als das drängendste Problem galt, hat sich die Prioritätenliste der Chief Nurse Officers (CNOs) drastisch verändert. Heute stehen der finanzielle Druck und die Frage nach der Effizienzsteigerung im Vordergrund, was die Herausforderungen in der modernen Pflege verdeutlicht.

Kostendruck überholt den Personalmangel

In der Vorgängerstudie von 2023 war der Fachkräftemangel klar die größte Herausforderung für die Pflegeleitungen. Zwei Jahre später hat sich dies geändert. Die wichtigsten Herausforderungen laut dem neuen Barometer sind:

  1. Kostendruck: Die finanziellen Anforderungen an Pflegeeinrichtungen nehmen zu.
  2. Effizienzsteigerung: Einrichtungen müssen ihre Abläufe optimieren, um Kosten zu senken.
  3. Digitalisierung: Der Einsatz digitaler Technologien wird als Schlüssel zur Effizienz angesehen.
  4. Absenzen: Hohe Fehlzeiten belasten die Pflege.
  5. Personalplanung: Strategische Planung ist entscheidend, um den Personalmangel zu bewältigen.
  6. Fachkräftemangel: Trotz der Verschiebung bleibt der Mangel an qualifiziertem Personal ein zentrales Thema.

Die Tatsache, dass der Personalmangel erst auf Platz sechs rangiert, überrascht zunächst. Die Studienautoren interpretieren dies als Zeichen dafür, dass Pflegeleitungen sich an den chronischen Personalmangel gewöhnt haben. Die verschärften wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stehen nun stärker im Fokus.

Digitalisierung als Hoffnungsträger

Ein zentraler Hebel zur Entlastung der Pflegekräfte liegt in der Digitalisierung. Insbesondere die Automatisierung von Dokumentationsprozessen, etwa durch Spracherkennung oder KI-basierte Eingabetools, wird als vielversprechend angesehen. Weitere Bereiche, in denen CNOs Verbesserungen erwarten, sind:

  • Digitale Termin- und Kapazitätsplanung: Optimierung der Ressourcenallokation.
  • Datengestützte Steuerung von Behandlungspfaden: Effiziente Planung und Durchführung von Behandlungen.
  • Schlankere administrative Abläufe: Reduzierung des administrativen Aufwands zur Konzentration auf die Patientenversorgung.

Der klare Trend zeigt, dass die Digitalisierung nicht nur unterstützend wirken, sondern aktiv Arbeitszeit freisetzen soll. Innovative Technologien in der Pflege sind der Schlüssel, um die Effizienz in der Gesundheitsversorgung zu steigern und die Qualität der Patientenversorgung zu sichern.

Umgang mit dem anhaltenden Personalmangel

Trotz der neuen Prioritäten bleibt der Fachkräftemangel eine Realität: 55 Prozent der Befragten betrachten ihn weiterhin als große Herausforderung. Aktuelle Maßnahmen der Einrichtungen sind:

  • Einsatz von Temporärpersonal: Rund zwei Drittel der Befragten setzen auf flexible Arbeitskräfte.
  • Aufbau eigener flexibler Personalpools: Strategien zur Verbesserung der Personalverfügbarkeit.
  • Vermehrter Einsatz weniger qualifizierter Mitarbeitender: 49 Prozent der Einrichtungen berichten von einem Anstieg nicht spezialisierter Arbeitskräfte.

Rund 64 Prozent der Betriebe berichten zudem von steigenden Überstunden, was auf eine hohe Belastung der Mitarbeitenden hinweist und die Fluktuation begünstigt. Stressmanagement und Mitarbeiterbindung sind daher zentrale Themen für die Pflegeleitungen.

Befragte im CNO-Barometer 2025

Für das CNO-Barometer 2025 wurden 95 Führungspersonen der Pflege auf Geschäftsleitungsebene befragt. Die Teilnehmenden stammen aus:

  • 35 Akutspitälern: Fokus auf akutmedizinische Versorgung.
  • Rund 15 Rehakliniken: Rehabilitation und Nachsorge.
  • Rund 15 psychiatrischen Einrichtungen: Psychische Gesundheit und Unterstützung.
  • Rund 15 Spitex-Organisationen: Ambulante Pflege und Unterstützung.
  • Rund 15 Alters- und Pflegezentren: Langzeitpflege und Betreuung älterer Menschen.

Die breite Streuung der Befragten zeigt, dass die Herausforderungen im Schweizer Gesundheitswesen überall ähnlich wahrgenommen werden.

Fazit

Die Ergebnisse des CNO-Barometers 2025 machen deutlich, dass die Pflegeführung wirtschaftlicher denken muss denn je. Kostendruck und Effizienzsteigerung stehen im Mittelpunkt, nicht weil der Personalmangel gelöst wäre, sondern weil Strukturen und Arbeitsprozesse nachhaltiger gestaltet werden müssen. Die Digitalisierung wird als Schlüssel angesehen, um den Arbeitsalltag spürbar zu verbessern und gleichzeitig die Qualität der Versorgung zu sichern. Zukunftsorientierte Pflege erfordert innovative Ansätze, um die Herausforderungen des Gesundheitswesens erfolgreich zu bewältigen.

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