Pflege-Demo in Bern: Warum viele Pflegefachpersonen genug haben

Demonstration - Schilder werden hochgehalten

Kundgebung für die vollständige Umsetzung der Pflegeinitiative in Bern

Datum: 22. November 2026
Ort: Bundesplatz, Bern

Am 22. November 2026 findet in Bern eine bedeutende Kundgebung statt, bei der sich zahlreiche Pflegefachpersonen, Verbände und Unterstützerinnen versammeln, um ein starkes Signal an die Politik zu senden. Ihr zentrales Anliegen: Die vollständige Umsetzung der Pflegeinitiative. Drei Jahre nach dem klaren Volks-Ja wird die Umsetzung von vielen in der Branche als unzureichend wahrgenommen, und die Geduld schwindet.

Was die Demonstrierenden fordern

Der Schweizer Berufsverband der Pflegefachfrauen und -männer kritisiert, dass zentrale Elemente der Pflegeinitiative nach wie vor nicht umgesetzt wurden. Die Hauptforderungen umfassen:

  • Verbindliche Personalschlüssel: Sicherstellung eines angemessenen Verhältnisses von Pflegekräften zu Patienten, um die Qualität der Pflege zu gewährleisten.
  • Faire Arbeitsbedingungen: Klare Regelungen, die für ein gesundes Arbeitsumfeld sorgen und die Belastungen der Pflegekräfte reduzieren.
  • Nachhaltige Verbesserungen im Berufsalltag: Maßnahmen, die den Pflegeberuf attraktiver machen und die Arbeitsbedingungen langfristig verbessern.

Unterstützung aus der Politik

Zu den Teilnehmern gehört auch GLP-Nationalrat und diplomierter Pflegefachmann Patrick Hässig. Er versteht die wachsende Ungeduld vieler Pflegekräfte, da etwa 200.000 Menschen in der Schweiz in der Pflege tätig sind und auf die Umsetzung des klaren Votums der Bevölkerung drängen. Hässig betont die Dringlichkeit des Themas: Die Anforderungen an die Pflege steigen aufgrund einer alternden Bevölkerung und komplexer Krankheitsbilder, was zusätzlichen Druck auf das System ausübt.

Die größten Herausforderungen in der Pflege

Pflegefachpersonen sehen sich mit drei zentralen Herausforderungen konfrontiert:

  1. Personalmangel und fehlende Stellenschlüssel: Der Mangel an qualifizierten Pflegekräften verschärft die Situation.
  2. Hohe Fluktuation und Überlastung: Der Anstieg der Fluktuation um fast 30 % zwischen 2013 und 2023 führt zu einer Überlastung der verbleibenden Teams.
  3. Unsichere Finanzierung wichtiger Maßnahmen: Eine unzureichende Finanzierung erschwert die Umsetzung notwendiger Verbesserungen.

Warum Nicht-Handeln langfristig teurer wird

Langsame politische Prozesse werden oft mit finanziellen Gründen begründet. Viele Fachpersonen sind jedoch überzeugt, dass dieses Abwarten zu höheren Kosten führt. Jeder Abgang einer Pflegekraft verstärkt den Mangel, erhöht die Belastung der Teams und verursacht zusätzliche Rekrutierungs- und Ausbildungskosten. Investitionen in gute Arbeitsbedingungen werden daher als notwendige Maßnahme zur Sicherstellung der Pflegequalität angesehen.

Wirkung der Kundgebung

Die Kundgebung soll ein deutliches Zeichen setzen: Die Pflege steht hinter dem Volksentscheid und erwartet dessen zeitnahe Umsetzung. Zudem soll die Veranstaltung die gesellschaftliche und politische Bedeutung der Pflege hervorheben. Positive Umfragen zeigen, dass die Bevölkerung die Anliegen der Pflegekräfte weiterhin unterstützt, was den Teilnehmenden zusätzlichen Rückhalt gibt.

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